„Blutengel“ steht in großen Buchstaben auf der Rückseite des blutroten Poloshirts, das Sabrina Matuszewski trägt. Sanft und mit einem engelsgleichen Lächeln streicht die Mitarbeiterin der Haema AG über den linken Unterarm Adrian Taranguls, der vor ihr auf einer roten Pritsche sitzt. „Schöne Vene“, sagt sie, bevor sie die Nadel ansetzt und mit geübter, kurzer Bewegung unter der Haut versenkt. Dann färbt sich der Schlauch hinter der Kanüle dunkelrot - die ersten von insgesamt 495 Millilitern Lebenssaft verlassen den Körper des Spenders in Richtung Blutbeutel.
Adrian Tarangul zuckt dabei mit keiner Wimper. Für den Sportlehrer am Karl-Liebknecht-Gymnasium ist das Prozedere ein lange bekanntes: Mehr als acht Jahre lang war er als Blutplasmaspender Stammkunde beim DRK in der
Bardelebenstraße, erzählt er. „Doch vor ein paar Jahren war Schluss mit der Möglichkeit, in Frankfurt Plasma zu spenden. Ich wollte danach wenigstens mal Blut spenden, aber beim DRK ist ja nur noch einmal pro Woche geöffnet - das reicht einfach nicht aus“, bedauert er.
Umso mehr habe er sich gefreut, als er in der MOZ davon las, dass die Leipziger Haema AG im Oderturm ein Blutspendezentrum eröffnet. „Fünf Tage in der Woche ist hier geöffnet - das ist sehr kundenfreundlich“, lobt der 49-Jährige. Als erster Spender wurde er gestern um 12 Uhr zur Ader gelassen. Zunächst wurde ihm Blut abgezapft, ab März will er wieder Plasmaspender werden.
„Mir ist wichtig: Ich kann wieder mit meinem Blut helfen", betont Adrian Tarangul, als er im Empfangsbereich, wo er sich 15 Minuten ausruhen soll, einen frisch gebrühten Kaffee trinkt. „Meine Frau arbeitet im Klinikum und ich weiß, dass vor allem Blutplasma gebraucht wird. Außerdem wird mein Blut jedesmal gründlich auf verschiedene Krankheitserreger getestet - auch das ist ein wichtiger Grund, zu spenden.“
Seit gestern kann bei der Haema AG im Oderturm gespendet werden. Vorerst wird nur Vollblut abgenommen, ab Ende nächster Woche soll dann auch die Plasmaspende möglich sein. 800 Quadratmeter Bürofläche hat das Leipziger Unternehmen im zweiten Obergeschoss gemietet und mit viel Aufwand in ein modernes Blutspendezentrum mit hellen, freundlichen Räumen umgewandelt. Der Spendersaal wurde mit 20 Abnahmeplätzen ausgestattet. Im Empfangsbereich gibt es nicht nur Getränke gratis, dort können auch zwei Rechner mit kostenlosem Internetzugang genutzt werden. Und damit die Spender stets gut informiert sind, hat die Haema AG für sie gleich dreimal die MOZ abonniert.
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 11.30 bis 20 Uhr, Sonnabend 8 bis 14 Uhr, Mittwoch geschlossen
Freitag, 27. Februar 2009 (08:14)